THEATER-ABC

Unser Nachschlagewerk für Begriffe aus der Welt des Theaters.

A


ABENDSPIELLEITER*IN
Grob gesagt ist der*die Abendspielleiter*in dafür verantwortlich, dass eine Vorstellung reibungslos über die Bühne geht. Er*Sie ist meistens ein Regieassistent*in, der*die auch die Proben des jeweiligen Stücks betreut hat. Wenn bei den Darsteller*innen jemand erkrankt, kann es sogar sein, dass die Abendspielleitung selbst auf die Bühne muss und diejenige Person vertritt. 

ARIE
Eine Arie ist ein von einem*einer Sänger*in solistisch vorgetragenes musikalisches Stück innerhalb einer Oper, meist begleitet vom Orchester. Eine Arie hat einen Anfang und ein Ende. Singen zwei Personen zusammen, nennt man dies ein Duett, bei dreien ein Terzett, bei vieren ein Quartett. Ende des 19. Jahrhunderts löst sich diese klar abzugrenzende Form immer mehr auf hin zu einer durchkomponierten Form der Oper, in der es keinen klaren Anfang und kein klares Ende einzelner Musiknummern mehr gibt. Beim Singspiel, in der Operette oder im Musical, die ja aus gesprochenen Dialogen und Musiknummern bestehen, hat eine Arie aber natürlich weiterhin einen deutlich auszumachenden Anfang und ein klares Ende.

B


BÜHNENBILD
Das Bühnenbild ist das, was wir sehen, wenn wir eine Vorstellung im Theater besuchen. Alles, was auf der Bühne steht, liegt oder zum Spielen verwendet wird, ist das Bühnenbild. Auch die Hintergründe und gestalteten Räume gehören dazu. Also eigentlich alles, was in einem Theaterstück vorkommt, außer die Darsteller*innen. Bühnenbilder tragen viel zur Stimmung, die das Stück transportiert, bei und sind ein wichtiger Teil einer Theaterinszenierung.

BESETZUNG
Aus der Besetzung ist die Verteilung der Rollen eines Stückes ersichtlich, also welche*r Darsteller*in welche Partie spielt oder singt.


C


CHOREOGRAFIE
Du hast dich schon mal gefragt, wie jede*r Darsteller*in weiß, wohin er*sie zu gehen, wann man wo zu sein hat oder wie die Tänzer*innen wissen, wie sie zu tanzen haben? Das nennt man Choreografie. Damit ist das Einstudieren von Bewegungen und Abläufen gemeint. Meistens ist das im Zusammenhang mit Musik gemeint, aber auch im Sprechtheater muss eine Choreografie eingehalten werden. Denn sonst würde auf der Bühne wohl alles drunter und drüber gehen, wenn niemand weiß, wohin man gehen muss.


D


DRAMATURG*IN
Der*Die Dramaturg*in ist verantwortlich für die inhaltliche Ausrichtung eines Theaters. Er*Sie ist zum Beispiel mitverantwortlich für die Auswahl des Spielplans, Suche nach Regisseur*innen, Entwicklung von Projekten, Einführungs- und Publikumsgesprächen, Bearbeitung und Übersetzung von Dramentexten und noch vieles mehr. Dramaturg*innen arbeiten eng mit dem*der Regisseur*in zusammen und sind in vielen Fragen Ansprechpartner für die Schauspieler*innen, Tänzer*innen und Musiker*innen – also das Ensemble.

E

ENSEMBLE

Zum Ensemble an einem Theater gehören alle Bühnenkünstler*innen. Es sind also alle Schauspieler*innen, Sänger*innen, Tänzer*innen und Musiker*innen, die fest an einem Haus engagiert sind..

 F

FIGUR

Die Figuren eines Theaterstücks sind die dargestellten erfundenen Wesen, die es so in  Wirklichkeit nicht gibt. Diese Wesen können ein Mensch oder Tier sein oder einer in der Realität nicht existierenden Kategorie angehören: Außerirdische, Gespenster, Götter oder Monster. Solche Figuren sind zu einem »Innenleben« fähig, das heißt, sie denken, fühlen, wollen etwas erreichen und handeln eigenständig. Zu den »anderen Elementen« zählen zum Beispiel Requisiten oder Dinge, die kein »Innenleben« haben.

G

GENERALPROBE

Die Generalprobe ist die letzte Probe vor der Premiere eines Stücks. Sie wird behandelt wie eine Aufführung – sie wird also nicht unterbrochen, es wird nichts wiederholt und es gibt währenddessen keine Änderungen. Ein Aberglaube sagt: Geht bei der Generalprobe etwas schief, dann klappen die Vorstellungen umso besser!

H

HAUPTDARSTELLER*IN

Der*Die Hauptdarsteller*in ist, wie der Name schon sagt, die wichtigste Person in einem Theaterstück. Um sie dreht sich die Geschichte, die erzählt wird.

I

INSPIZIENT*IN

Ein*e Inspizient*in hat am Theater die Aufgabe, dass Proben und Aufführungen reibungslos ablaufen. Er*Sie legt bei den Proben mit den Schauspielern gewisse Zeichen, sogenannte Cues, fest und schreibt sich diese im Inspizientenbuch mit, damit bei der Vorstellung alle Einsätze richtig gegeben werden und alles nach Plan läuft.

J

JAHRESHEFT

In einem Jahresheft sind alle Produktionen eines Theaters, die in einer Spielzeit aufgeführt werden. Damit erhält man einen Überblick über alle Aktivitäten und Stücke, die in einem Jahr geplant sind.

K

KOSTÜMPROBE

Bei der Kostümprobe werden erstmals alle Schauspieler*innen mit den Kostümen ausgestattet, mit denen sie später spielen werden. Das dient dazu, dass man sieht, ob alles zusammenpasst, die Kostüme richtig wirken oder auch ob bei den einzelnen Kostümen alles stimmt.

L

LAIENTHEATER

In einem Laientheater sind die Schauspieler*innen keine ausgebildeten Profis, sondern, wie der Name schon sagt, Laien. Das heißt, sie haben eigentlich einen anderen Beruf und machen das Theaterspielen als Hobby. Bis auf die Profis, die bei der Wandelbühne jedes Jahr dabei sind, sind wir also auch ein Laientheater.

 M

MUSIKALISCHE LEITUNG

Der*Die musikalische Leiter*in  besorgt die notwendigen Noten, studiert sie mit den Musiker*innen und Schauspieler*innen und oft dirigiert er*sie bei den Aufführungen auch. Musikalische*r Leiter*in und Dirigent*in sind oftmals ein und dieselbe Person, manchmal sind es aber auch zwei verschiedene Berufe.

N

NEUINSZENIERUNG

Unter Neuinszenierung versteht man – wie der Name sagt – eine neue Inszenierung eines bereits bestehenden Stücks. Jede*r Regisseur*in inszeniert ein Theaterstück anders, nach seinen*ihren Vorstellungen.

O

OPER VS. OPERETTE

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Oper und Operette? Schnell erklärt steht bei einer Oper der Gesang im Fokus, das Schauspiel ist eher nebensächlich. Die Operette ist sozusagen die „kleine Schwester“ der Oper, bei der neben der Musik auch die schauspielerische Darstellung wichtig ist – außerdem gibt es (im Gegensatz zur Oper) auch gesprochene Dialoge.

P

PREMIERE

Die Premiere ist die allererste Vorstellung eines Stückes und wird auch als Uraufführung oder Erstaufführung bezeichnet. Dabei sind alle Mitwirkenden (auch Regisseur*in, Produzent*in – bei Filmpremieren auch die Schauspieler*innen) anwesend. Der Gegensatz dazu ist die Dernière – also die letzte Aufführung eines Stücks.

R

REGISSEUR*IN

Der*Die Regisseur*in ist die wohl wichtigste Person hinter der Bühne. Er inszeniert die Stücke, entwickelt dafür ein Konzept – in enger Zusammenarbeit mit dem*der Dramaturg*in sowie Bühnen- und Kostümbildnern –, probt mit den Schauspieler*innen und pflegt mit vielen Mitarbeiter*innen engen Kontakt, damit sich alles zu einem Gesamtkonzept zusammenfügt. Wenn die Premiere vorbei ist, endet in der Regel auch die Arbeit der*des Regisseurs*in, denn die Aufführungen überwacht meist ein*e Abendspielleiter*in.

S

SPIELPLAN

Der Spielplan umfasst alle Stücke, die in einer Saison oder einem Jahr an einem Theater gespielt werden. Er wird unter anderem vom*von der dramaturgischen Leiter*in und der Intendanz zusammengestellt.

T

TEXTBUCH

Im Textbuch findet man den gesamten Text eines Theaterstücks. Jeder Satz, der auf der Bühne gesagt wird – egal von wem – ist hier festgehalten.

U

URAUFFÜHRUNG

Eine Uraufführung ist die erste Aufführung eines Werkes. Das heißt, dass dieses Stück noch nie irgendwo aufgeführt wurde – weltweit.

V

VORDERHAUS

Beim Vorderhaus handelt es sich im Theater um den Bereich, den die Besucher*innen betreten dürfen. Zum Beispiel der Kassenbereich, Garderobe usw. Darin arbeitet das sogenannte Vorderhaus-Personal – eben das Kassenpersonal, Kartenabreißer*innen, Platzanweißer*innen oder das Garderobenpersonal.

W

WIEDERAUFNAHME

Als Wiederaufnahme wird die erste Aufführung eines Stücks bezeichnet, das schon einmal an diesem gespielt wurde – das also bereits zum Repertoire gehört. Auch dafür wird geprobt, jedoch nicht so lange, wie für eine Premiere, da Vieles ja schon geprobt und festgelegt wurde.

Z

ZUGABE

Unter Zugabe versteht man ein zusätzliches (meist Musik-)Stück, das nach dem eigentlichen Ende einer Aufführung als „Bonus“ für die Zuschauer*innen vorgetragen wird.

VEREIN WANDELBÜHNE

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